CSIb: Bourdieus symbolisches Kapital

Fragen zu den Einführungen in die Kulturwissenschaften/ cultural studies

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miza

CSIb: Bourdieus symbolisches Kapital

Beitrag von miza » Mo 27.Mär 2006, 18:22

Ich nehm an euch ist auch aufgefallen, dass im Handout der letzten VO von Mona Singer mit keinem Wort Bourdieus "symbolisches Kapital" erwähnt wird.
Ich hab sie heute nach der VO gefragt warum und sie meinte, sie hats vergessen.
Soll vorkommen ...
(wobei sie das gleich in einen Vorteil verwandelte und lächelnd meinte, sie hätte nun für die Prüfung ein Unterscheidungsmerkmal zwischen jeden, die in der VO waren und den anderen)
Zuletzt geändert von miza am Mo 27.Mär 2006, 19:01, insgesamt 2-mal geändert.

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Beitrag von Ledde » Mo 27.Mär 2006, 18:30

:) Schon bisl fies!

Aber das symbolische Kapital setzt sich doch eh aus den drei anderen auseinander,oder?

miza

Beitrag von miza » Mo 27.Mär 2006, 18:59

Ledde hat geschrieben::) Schon bisl fies!
naja, schaumgebremst. Der Schalk im Nacken war nicht zu übersehen ...

Aber das symbolische Kapital setzt sich doch eh aus den drei anderen auseinander,oder?
Also lt. meiner Mitschrift speist sich das s K aus den anderen Kapitalsorten, wenn du das meinst.
Und: Mit ausreichend symbolischem Kapital muss mensch nicht aus dem Feld kommen in dem sie/er dann (symbolische) Macht hat.
Also zB wenn E. Jelinek einen politischen Kommentar abgibt.

Aber ich muss zugeben, ich habe zwar vermutlich ein eine gute Vorstellung davon (wie das s K wirkt), kanns aber noch nicht in gut nachvollziehbare Worte fassen.

Daher ein Annäherungsversuch über die Wikipedia:
Als Zeichen gesellschaftlicher Anerkennung und sozialer Macht bzw. sozialer Gewalt verleiht das symbolische Kapital Prestige, Reputation, Ehrenzeichen, Privilegien und Positionen. Dies geschieht vor dem Hintergrund der Verfügung über die anderen Kapitalsorten, den Akteuren und den verschiedenen Klassen vermittels einer bestimmten distinktiven Sprache und anderer körperlicher Ausdrucksformen wie Kleidung, Stil und Verhalten.

Symbolisches Kapital, das in der Literatur häufig als die wichtigste Kapitalart bezeichnet wird, kann nur dort erfolgreich eingesetzt werden, wo es von den Kontrahenten auf dem Hintergrund eines gemeinsamen kulturellen Musters als überlegen erkannt und anerkannt wird. Als Beispiel symbolischen Kapitals, welches als symbolische Gewalt genutzt wird, kann laut Bourdieu die männliche Herrschaft dienen. "Es ist jene sanfte, für ihre Opfer unmerkliche, unsichtbare Gewalt, die im Wesentlichen über die rein symbolischen Wege der Kommunikation und des ... Anerkennens oder äußerstenfalls des Gefühls ausgeübt wird."
Ich mehl die Vortragende mal an und frage, was sie dazu meint.

;-) Michael.

miza

Beitrag von miza » Do 30.Mär 2006, 8:48

Ich hab eine Antwort von Frau Singer, in der sie meint, sie ist keine "Bourdieu-Spezialistin" und sie wird sich das selbst nochmal ansehen.
Sie hält auch den Wikipediaeintrag für nicht ganz richtig.
Bin schon gespannt.

miza

Beitrag von miza » Do 30.Mär 2006, 10:40

PS: ich habe folgende unterstützende Formulierung vorgeschlagen:
Symbolisches Kapital ist also etwas, das sich nicht durch z.B. materiellen,
intellektuellen oder sozialen Reichtum darstellen lässt (im Sinne
ökonomischen, kulturellen und sozialen Kapitals), und daher nicht in
irgendeiner Form messbar ist.

Amarantine

wikipedia

Beitrag von Amarantine » Fr 31.Mär 2006, 18:43

ad wikipedia: da kann jeder reinschreiben der will, und wenn zufällig niemand den artikel kontrolliert der besser bescheid weiß, dann kann da so ziemlich jeder blödsinn drinstehen, den man sich denken kann ... wikipedia würd ich als nachschlagquelle nicht wirklich empfehlen.

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Beitrag von Ledde » Fr 31.Mär 2006, 18:49

Ja! Allerdings ist es oft ganz nützlich für die erste Orientierung.

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Beitrag von Stephanos » Sa 01.Apr 2006, 7:34

ich würde sogar sagen, zur ersten schnellen orientierung gibts kaum etwas besseres als wikipedia. jedenfalls ist es um längen besser als jede google-recherche. und wenn man die artikel mehrerer sprachen vergleicht (zB zumindest deutsch und englisch), läuft man auch nicht so schnell gefahr, einem gravierenden irrtum aufzusitzen.
meines erachtens ist wikipedia gerade für solche themen oft sehr hilfreich. dass man NATÜRLICH nicht einfach das copy/paste spiel für schriftliche arbeiten betreiben kann, versteht sich von selbst, darauf wird ja von den lehrenden zur genüge hingewiesen. aber die systematische wikipedia-verteufelung, die von einigen lehrenden betrieben wird, ist für mich recht unverständlich.

Amarantine

Beitrag von Amarantine » So 09.Apr 2006, 12:38

muss euch leider widersprechen. gerade zur ersten orientierung ist wikipedia meiner meinung nach total ungeiegnet, weil es eben auch falschinfos entahlten kann. und wenn man keine ahnung von einem thema hat, ist es besser man sieht in ein (gedrucktes) lexikon, denn dort wurde meist schon überprüft, was drinsteht und aller wahrscheinlichkeit nach ist es keine falschinformation.

die meinung habe ich übrigens nicht von wikipedia verteufelnden lehrenden übernommen, sondern habe ich mir selbst gebildet.

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Beitrag von Ledde » So 09.Apr 2006, 13:13

Aber das hängt wirklich sehr von den einzelnen Beiträgen ab. Einige werden auch von gewissenhaften Akademikern geschrieben.

Bezüglich der ersten Orientierung...ich meinte eher damit, dass man so die ersten zentralen Stichwörter erhalten kann.

Leider wird die Plattform auch für die Präsentation von angeblichen historischen Fakten ganz nach der eigenen politischen Ausrichtung benutzt. Habe ich auch schon im Bezug mit Wikipedia erlebt. Und sicherlich ist es mit nur aufgefallen, weil ich das nötige Hintergrundwissen hatte. Aber die Eckdaten haben trotzdem gestimmt.

Nachschlagewerke und Lexikas sind manchmal auch nicht unbedingt inhaltlich richtig...oftmals durch ihre sehr vereinfachte Darstellung.

miza

Beitrag von miza » So 09.Apr 2006, 15:24

Ganz genau.
Das Einzige was sich Wikipedia vorwerfen lassen kann, ist, dass mögliche Falschinformation oder Manipulation zu leicht und daher auch zu schnell passiert. Aber wie sonst auch beziehen wir unsere Informationen nicht nur aus einer einzigen Quelle.
Kontroversen zu bestimmten Themen gab es immer schon, auch in Buchform. Nicht selten widersprachen sich zwei oder sogar mehrere Nachschlagewerke. Und viele übernahmen und übernehmen immer noch falsche Angaben. Berüchtigtes Beispiel sind die Schriften von Otto Weininger Ende des 19. Jhdts. deren Inhalt als Referenz den Weg in einige namhafte Publikationen fand.

Amarantine

Beitrag von Amarantine » Mi 12.Apr 2006, 17:42

vielleicht liegt es daran, dass ich prinzipiell ein sehr misstrauischer mensch bin und bei wikipedia bin ich eben über-misstrauisch, da stelle ich leicht jeden artikel in frage und deshalb ist es für mich eben kein geeignetes mittel für eine schnelle orientierung .....

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Beitrag von Ledde » Do 13.Apr 2006, 10:36

Kritisch Quellen gegenüber zu sein ist immer wichtig. Ich meinte auch net so unbedingt für eine schnelle, sondern für eine erste Orientierung. Dabei sollte man sein WIssen eh nicht belassen!

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