Neuerliches Vorgehen gegen Plagiate

Alle allgemeinen Fragen zum Diplomstudium Geschichte (WS 1992/2002) und zum LA Geschichte (WS 1992/2002).
Julia
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Neuerliches Vorgehen gegen Plagiate

Beitrag von Julia » Fr 20.Jan 2006, 20:12

Gerade ist bei mir eine Email von Prof. Vocelka eingetrudelt die darauf hinweist, dass von jetzt an jede schriftliche Arbeit folgende eidesstattliche Erklärung beinhalten muss:

Eidesstattliche Erklärung

im Rahmen von schriftlichen Arbeiten (EX, GR, KU, SE,
VO, etc.) sowie bei Diplom- und Magisterarbeiten und bei
Dissertationen aus Geschichte

Ich, _________________________________________________________,
Matrikelnummer _________________________________________, erkläre
eidesstattlich, dass ich alle aus ungedruckten Quellen, gedruckter Literatur oder
aus dem Internet übernommenen Inhalte und Formulierungen gemäß den
Richtlinien wissenschaftlicher Arbeiten zitiert und durch Fußnoten gekennzeichnet
habe. Mir ist bewusst, dass bei Verstößen gegen diese Richtlinie die
Arbeit mit „nicht genügend“ beurteilt werden muss.

Datum Unterschrift
--------------------------------------------------------

Wie erscheint euch das? Ich sehe den Sinn dahinter nicht so ganz, und empfinde es irgendwie eher als sinnlos. Wollen sie mehr rechtliche Handhabe bei Plagiaten haben oder den Leuten damit Angst machen?
Vielleicht ist es tatsächlich sinnvoll, da man so zweimal überlegt ob man auch alles (und wirklich alles) richtig belegt hat. Bei mir hinterlässt es aber eher eine Angst, ich könnte irgendwo eine Formulierung erwischen die jemand anderer bereits mal benutzt hat, und daher ein Vorwurf des Plagiats kommen. Auf jeden Fall sehe ich diese Maßnahme eher zwiespältig.

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Beitrag von Martin » Fr 20.Jan 2006, 22:17

So eine eidesstattliche Erklärung hat es früher auch schon mal gegeben, also in den späten 1940er Jahren....na, ich seh das auch eher zwiespältig, aber leider scheint das notwendig zu sein... :???:
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Beitrag von schmoo » Fr 20.Jan 2006, 22:24

hallo julia

ich seh das auch wie martin mit gemischten gefühlen. und ich stimm dir zu, das macht auch bei mir eher ein Angstgefühl. ich hab bisher nie geklaut, aber was ist, wenn ich wirklich mal was falsch zitier oder diese formulierung tatsächlich unabsichtlicherweise nicht auf meinem eigenen mist gewachsen ist? das gedächtnis wiederholt ja unabsichtlicherweise ab und zu gelesenes und hälts für eigenproduktion. ich bin mir keiner schuld bewusst und trotzdem hab ich die panik, dass mir ein fehler unterläuft.

zu dein eidesstattlichen erklärungen, naja, was bringt einem das eigentlich? dass man einen zettel mehr abgibt, sonst nix.

obs denn wirklich notwendig ist, weiss ich nicht so genau, ehrlich gesagt. man hört zwar immer wieder dies und das, aber bisher hab ich nur das mit den bologneseskriptkopisten so echt mitbekommen.

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Beitrag von schmoo » Fr 20.Jan 2006, 22:27

ahja, nachtrag: habe von noch keinem der professoren, bei denen ich dieses semester auf der geschichte was gemacht hab, eine derartige email bekommen. auch vom diplomarbeitsbetreuer nicht, allerdings weiss ich gar nicht, ob das da notwendig is, wird ja sowieso alles via cd überprüft.

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Beitrag von alcie » Fr 20.Jan 2006, 22:27

hab das heut auch schon von köhne gemailt bekommen ... glaub aber nicht, dass es leute die wissentlich abschreiben davon abhält dies weiterhin zu tun .... (edit: is der "satz" deutsch??! kann mich vor lauter englisch grad gar nicht richtig in deutsch ausdrücken. tut leid)

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Beitrag von Starbuck » Sa 21.Jan 2006, 14:17

also mir ist das noch nirgendwo untergekommen! ich hätte kein problem es zu unterschreiben weil ich noch nie geklaut habe aber es ist schon irgendwie der punkt erreicht wo man es übertreibt.
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Beitrag von Hoad » Sa 21.Jan 2006, 15:17

Als nächstes müssen wir dann einen Eid auf Edelmayers Habil ablegen #-o

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Beitrag von Martin » Sa 21.Jan 2006, 16:21

Ab dem SS wird den Lehrenden eine Software zur Überprüfung der Arbeiten zur Verfügung stehen, die die Arbeit auf Plagiate durchsucht. :???:
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Beitrag von Starbuck » Sa 21.Jan 2006, 16:59

und wie soll diese funktionieren? sind da alle werke der letzten paar jahrhunderte eingespeist, in allen sprachen der welt vielleicht auch noch??
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Beitrag von Martin » Sa 21.Jan 2006, 17:46

Starbuck hat geschrieben:und wie soll diese funktionieren? sind da alle werke der letzten paar jahrhunderte eingespeist, in allen sprachen der welt vielleicht auch noch??
Frag mich nicht....momentan ist das Programm eh noch nicht fertig, es soll aber im Laufe des SS desn Lehrenden zur Verfügung stehen.
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Beitrag von eridiyah » Sa 21.Jan 2006, 17:54

...mir machts angst..?

ich mein, wenn ich zitiere dann zitiere ich, und ich hoff ich machs richtig ;)

aber ich glaube, man erkennt ziemlich einfach obs kopiert ist oder nicht, und zwar anhand des schreibstils.. wenn ich plötzlich so schreib wie bloch wirds auffällig.. nach einigen absätzen kennt der leser ja in etwa den stil des schreibers, und wenn sich dann dumm gesagt der schreibstil von agatha christie einige wörter lang in den ungenannten homer umwandelt.. fragwürdig.

nur versteh ich nicht, wieso das jemand überhaupt macht =) wenn mir was sooo gut gefällt dann zitier ichs entweder wörtlich oder ich schreib "wie xyz meinte, blabla" und fass es mit meinen worten zusammen.. ist doch nicht so schlimm mal ein bisschen nachzudenken oder?
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Beitrag von Gast » Sa 21.Jan 2006, 19:29

ich hoff nur mal dass es nicht soweit geht, dass man auch bestraft wird wenn man mal einige wortgruppen unterbewusst nach dem lesen einiger seiten wörtlich schreibt aber das ganze nur unter Vgl. zitiert

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Beitrag von wongx » So 22.Jan 2006, 0:09

angeblich soll das programm ja auch solche dinge erkennen können und korrekt auswerten .. mal schaun wies dann ist.

vocelka hat uns gesagt, wenn bei diplomarbeiten unerlaubt kopiert wird, dann kann es zum lebenslangen ausschluss aus der universität kommen

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Beitrag von Starbuck » So 22.Jan 2006, 12:45

das hat ja eine gewisse logik in meinen augen wenn man dies bei DAs anwendet!
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Beitrag von Gast » So 22.Jan 2006, 14:49

Die Summe der eingesetzen Programme bringt den Erfolg -> z.B.: http://plagiat.fhtw-berlin.de/html/links/tools.html

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