Neuerliches Vorgehen gegen Plagiate

Alle allgemeinen Fragen zum Diplomstudium Geschichte (WS 1992/2002) und zum LA Geschichte (WS 1992/2002).
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Laurea
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Beitrag von Laurea » So 22.Jan 2006, 17:24

ein plagiat bedeutet doch klauen von geistigem inhalt/eigentum, oder?

wenn ich einen satz à la "Der erste Weltkrieg dauerte von 1914 bis 1918" schreibe, wurde dieser sicher schon in tausenden publikationen verwendet. wenn mir dann jemand vorwerfen würde, dieser satz sei ein plagiat, muss isch ihn wohl fragen, ob er ein bissi de**ert ist.

ich glaube, es geht ehr darum herauszufinden, ob gedankengänge, theorien usw. abgeschrieben wurde, denn nur wenn ein satz in meiner arbeit einer formulierung in einer anderen arbeit gleicht, kann man mir sicher nicht vorwerfen, ich hätte diesen abgeschrieben, weil bewisen kann man es de facto nicht ... wie dies de jure aussieht werd ich mal einen bekannten rechtsverdreher fragen

was ich damit sagen will: keine panik, es wird sicher nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird. falls jemand des plagiates bezichtigt wird, bekommt er wohl sicher noch eine möglichkeit, sich zu verteidigen, bevor er aus der universität ausgeschlossen wird. ansonsten könnte man die uni sicher wegen verleumdung verklagen.
...und eine Stimme erhob sich aus dem Chaos und sprach zu mir: "Lächle, denn es könnte schlimmer kommen." Ich lächelte - und es kam schlimmer

VS
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Beitrag von VS » So 22.Jan 2006, 22:37

ich glaube ehrlich gesagt auch dass es da um größere passagen, die quasi wortwörtlich abgetippt oder nur geringfügig verändert wurden, geht.
dem "normalen" studenten sollte da überhaupt keine gefahr blühen... wäre ja auch viel zu viel arbeit! ich tippe auf stichprobenartige kontrollen bei den normalen kleineren arbeiten und eingehendere überprüfungen nur bei DAs / Disserationen.

Aber ganz grundsätzlich halte ich solche regelungen für ziemlich problematisch - wie alle Repressalien und Überwachungsmaßnahmen die der Mehrheit auf Grund einer verschwindenden Minderheit aufgezwungen werden.

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Beitrag von Laurea » Mo 23.Jan 2006, 10:03

ich finds traurig, dass solche maßnahmen überhaupt notwendig sind. denn selbst wenn man die tatsache, dass man mit dem eintritt in die universität der wissenschft und deren prinzipien verpflichtet ist, nicht so ernst nimmt, sollte man sich trotzdem bewusst sein, dass man eine gewisse verantwortung trägt. selbst in einer dreiseitigen s4 arbeit darf man keinen schwachsinn schreiben, oder von jemandem anschreiben.
...und das mit der mehrheit, die aufgrund einer minderheit repressalien zu ertragen hat ist schade und leider in zu vielen bereichen des gesellschaftlichen miteinaders zu spüren...bald werden wir zustände wie im amyland haben à la "Bitte trocknen sie ihr haustier nicht in der mikrowelle" oder "Vorsicht - mit heißem Kaffee kann man sich die Zunge verbrennen"

trotz allem wünsch ich euch eine erfolgreiche (letzte) uni-woche! ich hoffe, ihr seid noch nicht eingefroren!!
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Beitrag von eva » Fr 27.Jan 2006, 0:26

hallo

julia und schmoo: ihr sprecht mir echt aus der seele. hab noch nie in meinem leben plagiiert, aber wie gesagt, ist man jetzt schon ein verbrecher, wenn einem unabsichtlich eine ähnliche formulierung unterlaufen ist, oder man nach oftmaligem lesen einen satz sehr ähnlich hinschreibt?ich denk mir doch, solang ich belege, woher ich es habe, ist es doch kein plagiat, ich gebe es ja nicht als mein geistiges eigentum aus. nur wenn ich es verabsäume zu zitieren!
bin froh dass es anderen leuten auch so geht.
viell. hilft diese einschüchterung, dass die leute nicht mehr einfach abschreiben, aber ,man kanns übertreiben auch, find ich.ich verändere einen satz etwas, z.B. fasse ihn zusammen, formuliere ihn etwas um und zitiere-finito. soll ich jetzt wortneuschöpfungen machen, um ja nicht des plagiierens bezichtigt zu werden?
ob das die leute, die jeden mist wo rauskopieren, abhält,ist fraglich!

viele grüße, eva

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Beitrag von eva » Fr 27.Jan 2006, 0:32

nur wenn ich es verabsäume zu zitieren, dann ist es ein plagiat, so wars gemeint!bin ja mal gespannt, wie das ganze weitergeht! :???: :???:

VS
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Beitrag von VS » Fr 27.Jan 2006, 1:08

übrigens gibts scheinbar mittlerweile eine neue version der "erklärung", in der der letzte satz - "Mir ist bewusst, dass bei Verstößen gegen die Richtlinie die Arbeit mit 'nicht genügend' beurteilt werden muss" - fehlt.

noch jemandem aufgefallen? was haltet ihr davon?

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Beitrag von iris » Fr 27.Jan 2006, 13:58

VS hat geschrieben:übrigens gibts scheinbar mittlerweile eine neue version der "erklärung", in der der letzte satz - "Mir ist bewusst, dass bei Verstößen gegen die Richtlinie die Arbeit mit 'nicht genügend' beurteilt werden muss" - fehlt.

noch jemandem aufgefallen? was haltet ihr davon?
also ich hab für den s3- kurs eine erklärung mit dieser formulierung unterschrieben ... die meisen aus diesem kurs und auch der lv- leiter (berger) fanden es lächerlich, weil es ohnehin verboten ist abzuschreiben...
dass ich keine passagen abschreib ohne zu zitieren ist für mich (mittlerweile) selbstverständlich aber ein ungutes gefühl hab ich sollte ich mal einzelne sätze oder formulierungen übernehmen weil mir einfach nicht bewusst ist, dass diese aus einem text stammen - ich hoffe, dieses neue programm macht einen unterschied darin

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Beitrag von Starbuck » Fr 27.Jan 2006, 14:10

ich seh es genau so wie du!
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Beitrag von alcie » Fr 27.Jan 2006, 14:31

VS hat geschrieben:übrigens gibts scheinbar mittlerweile eine neue version der "erklärung", in der der letzte satz - "Mir ist bewusst, dass bei Verstößen gegen die Richtlinie die Arbeit mit 'nicht genügend' beurteilt werden muss" - fehlt.

noch jemandem aufgefallen? was haltet ihr davon?
ich denke es gilt als "abschreckung", denn wenn einer schon so verzweifelt is seine arbeit abzuschreiben weil es wird ja dann eh "nur" ein nicht genügend und sonst is nix, tut ers womöglich. so bleibt meiner meinung nach die möglichkeit offen auch anders zu reagieren. das ist allerdings nur meine persönliche interpretation des ganzen ...

und wie schon einmal gesagt, ich finds sinnlos, weil die dies tun - tuns sowieso weiterhin ... aber egal... ich hab kein problem das zu unterschreiben ... :D

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Beitrag von Gast » Mo 30.Jan 2006, 2:34

wenn ich bei einer 20seitigen seminararbeit 1-2 sätze in einer passage die ich unter Vgl. zitiere unabsichtlich wörtlich abschreibe möcht ich doch sehen welcher prof mich dafür mit nicht genügend beurteilen wird sofern es ihm überhaupt auffällt bzw. wie mich das system entlarven will möcht doch stark bezeweifeln das das sytem alle geisteswissenschaftlichen publikationen im genauen wortlaut umfasst......

....ich denk eher das es die bereits digital archivierten diplom diss. und seminararbeiten umfassen wird...von woher auch immer...anderes scheint mir nichteinmal irgendwie machbar.....

....vielleicht täusch ich mich ja aber angst hab ich irgenwie doch keine davor weil ich ja solche fehler nicht absichtlich machen und das studium ja doch noch zum lernen da ist

mfg

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Beitrag von chris » Mo 30.Jan 2006, 19:35

es gibt aber sehr wohl profesorInnen, die sich gegen diese erklärung aussprechen und diese auch nicht verlangen! weil sie es für übertrieben halten bei seminararbeiten sowas zu verlangen. und übrigens - ich halte das auch für übertrieben.

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Beitrag von schmoo » Di 31.Jan 2006, 19:21

habe dieses semester 4 seminare gemacht (allerdings 2 davon auf der germanistik) und niemand hat mir dieses formular geschickt oder gemeint ich müsse da was unterschreiben.

und auf der germanistik gibts sowas krankes ja ohnehin nicht.

ich versteh nach wie vor nicht, wozu das gut sein soll. das ist ja wirklich pure angstmache und da fragt sich, ob sowas wirklich effektiv ist. betroffen fühlen sich davon ja ohnehin (wie eh fast immer) jene, die eh nix getan haben. und wer tatsächlich plagiate schreibt, dem wirds eh blunzn sein. die konsequenzen sind ja nach wie vor die gleichen, ob man das jetzt unterschreibt oder ned.

lg schmoo
Gelegentlich wies jemand darauf hin, dass Vorlesungen eigentlich gar nicht stattfanden, wenn ihnen niemand beiwohnte. Allerdings ließ sich das nicht beweisen, da niemand die Veranstaltungen besuchte.
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Beitrag von Starbuck » Fr 03.Feb 2006, 10:54

also ich habs gerade als email bekommen diese erklärung von einer mag. barbara eichinger (wer ist das)
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Beitrag von alcie » Fr 03.Feb 2006, 12:29

Starbuck hat geschrieben:also ich habs gerade als email bekommen diese erklärung von einer mag. barbara eichinger (wer ist das)
die assistentin/sekretärin (?) vom herrn stern !

habs auch bekommen....

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Beitrag von eridiyah » Fr 03.Feb 2006, 15:55

also wenn ich in der s4 einen text zusammenfassen soll, ist ja wohl klar, wo ich die infos her hab...

und für die abschlussarbeiten zitiere ich entweder wörtlich mit fußnote oder geb bei der bibliographie dann die bücher an, die ich verwendet habe bzw "(vgl. XXX, XXX)... fertig..
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