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Allerdings lassen wir das Forum noch aktiv (also eher ein Vor-Ruhestand), nur die Neu-Registrierung ist ab sofort nicht mehr möglich. Leider ist das Administrationsteam auf eine Person geschrumpft und mir alleine ist es - auch zeitlich - nicht mehr möglich, das Forum den aktuellen Studienplänen angemessen anzupassen und das Forum zu moderieren.

Falls es Interessierte an einem Fortbetrieb gibt (eventuell in Kooperation mit der FB-Gruppe), können sich diese gerne an mich wenden.

Abschaffung (Änderung?) Studienbeitrag (Studiengebühren)

Alles zum Studium der Geschichte (Bachelor/LA neu, etc.), was nicht in andere Kategorien passt
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richardd
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Re: Abschaffung (Änderung?) Studienbeitrag (Studiengebühren)

Beitrag von richardd »

Die Unterforderung bei Studien wie Geschichte liegt natürlich daran, dass man sich im Falle eines kultur- bzw. geisteswissenschaftlichen Studiums seine Ziele selbst stecken muss, die dann natürlich nicht von der Universität überprüft werden können. Wer hier also durch einen Rekord in der Studienzeit auffallen will wird hier eher durch Lücken in seiner notwendigen Bildung glänzen. Was soll dann aber dieses ganze "schnell schnell"-Getue, sowas ist nicht vergleichbar mit einer Aus-bildung wie es die Rechtswissenschaft und die Medizin anstrebt. Es gibt hier ja sogar Leute, und ich beziehe mich nur auf den aktuellen Thread, die nicht früh genug wegkommen können von der Uni, dann sollen sie doch gleich zuhause bleiben und sich ein Diplom KAUFEN, da ist dann der Inhalt sowieso wurscht.
Wenn ich jetzt aber auch noch nebenbei ein anderes Studium betreibe, dann bedeutet das nur, dass ich die Geschichtswissenschaft nicht für abgrenzbar von anderen Dingen halte. Das ist nunmal keine Ausbildung, schwupps und du bist Historiker. Wieso werde ich jetzt aber auch noch dafür bestraft, das verstehe ich nicht...
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Patricija
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Re: Abschaffung (Änderung?) Studienbeitrag (Studiengebühren)

Beitrag von Patricija »

Schnelligkeit ist kein Indikator für (in diesem Fall magelnde Leistung). Ich absolviere nebenbei zahlreiche interdisziplinäre Praktika, engagiere mich für Verlage und sogar in der Forschungspraxis und traue auch meinem Allgemeinwissen viel zu (sry für das Eigenlob) und bin trotzdem innerhalb der Mindestzeit und da bin ich nicht die einzige. Viele meiner Freunde engagieren sich für diverse Projekte und es sind immer dieselben Leute, die uns auslachen und sagen: "Tut euch nicht so viel Stress an- das Studium is stressig genug ODER Bildung is ja ur uncool-zählt eh nur da Titel"-dabei betreiben die es wirklich nur minimalistisch.
Deine Situation ist für mich verständlich. Legt man auf interdisziplinäre Bildung wert (und das ist wirklich notwendig), muss man da schon gewisse Maßnahmen treffen. Aber es ist praktisch eben schwer, Unterscheidungen zu treffen zwischen Engagement und Zeitverzögerung durch Ansammlung von mehr Wissen und Bummelstudiererei. Es ist überhaupt die Grundfragem wie sich "Wissen" in Institutionen pressen lässt. Die wachsende Zahl an Studenten ist einserseits gut und Indikator eines erleichterten Zugangs zur Bildung, andererseits glaube ich zu bemerken, dass in manchen Studienrichtungen das Niveau "heruntergeschraubt" wurde und teilweise Leute studieren, die meines Erachtens nach unreif sind: Wie füll ich das Formular aus? Hab ich auch ein Finanzamt? Karl der Große war Römer. etc. Und es geht nicht nur um Faktenwissen, sondern auch um Selbstständigkeit und Organisation. An Instituten, wo die Standards höher liegen, hätten solche Leute keine Chance. Die meisten Professoren sind sehr nachgiebig und verständnisvoll und natürlich ist das gut, aber ein zu lockerer Umgang provoziert dann ein böses Erwachen in der Berufswelt. Es ist eben ein Mittelmaß gefragt zwischen einer zu billigen Wissensvermittlung (nicht ökonomisch gemeint) und einem harten oder sogar politisch instrumentalisierten Bildungselitarismus.
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richardd
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Re: Abschaffung (Änderung?) Studienbeitrag (Studiengebühren)

Beitrag von richardd »

ich gebe dir in den meisten punkten vollkommen recht, allerdings muss gesagt sein, dass wohl die meisten geschwindigkeitsrekordler eher negativ als (wie deinen eigenen ausführungen nach) positiv zu bewerten sind. Es ist nun einmal so, dass sich Kultur nicht herzaubern lässt, da hilft auch ein Praktikum nicht ab, die Sache mit den Praktika ist ja eher sogar ein Symptom für eine geschwindigkeitsbezogene Ökonomisierung.
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Patricija
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Re: Abschaffung (Änderung?) Studienbeitrag (Studiengebühren)

Beitrag von Patricija »

mein lerndrang reduziert sich nicht nur auf praktika, sondern begleitet mich schon mein ganzes leben und wie gesagt-in meinen kreisen habe ich eben die von mir genannten erfahrungen gemacht, aber ich verstehe schon,was du damit sagen willst-praktika werden von mir selbst (auch aufgrund der von dir genannten aspekte) des öfteren offen kritisiert.
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Re: Abschaffung (Änderung?) Studienbeitrag (Studiengebühren)

Beitrag von marlene »

darf ich nochmal zu den studiengebühren zurückkommen, und zwar mit einer eher allgemeinen frage, die aber vom namen des topics her gut dazupasst: wir wissen jetzt noch nicht, ob wir nächstes semester studiengebühren zahlen müssen oder nicht und wir wissen auch nicht, wann wir das wissen, richtig? oder hab ich da was versäumt?
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Re: Abschaffung (Änderung?) Studienbeitrag (Studiengebühren)

Beitrag von catilina »

Patricija hat geschrieben: An Instituten, wo die Standards höher liegen, hätten solche Leute keine Chance.
Welche Institute zum Beispiel?

Ich würde sicher nie sagen, dass Geschichte ein superschweres Studium ist, trotzdem find ich es sehr einseitig das nur von dieser "diese dummen Leute müssen überall durchfliegen, sonst hat das Studium kein Niveau" Perspektive aus zu sehen. Gerade in Geschichte gibt es große Unterschiede den Profs und den Lehrveranstaltungen und da geht es nicht nur darum wieviel sie verlangen sondern auch wo der Schwerpunkt liegt.

Ich habe zwar meine Diplomarbeit nicht in Geschichte geschrieben mich aber mit vielen Leuten unterhalten, die das getan haben und muss sagen ich hatte bei den meisten den Eindruck, dass es ihnen nicht leicht gemacht wurde. Gerade im Bereich Diplomarbeiten und Dissertationen wird im geisteswissenschaftlichen Bereich sehr viel gefordert wenn man es mit anderen Studienrichtungen vergleicht.
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Patricija
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Re: Abschaffung (Änderung?) Studienbeitrag (Studiengebühren)

Beitrag von Patricija »

Abgesehen von Rechtschreibfehlern, zeugt es von wenig Verständnis, wenn du meine Nachricht mit "diese dummen Leute müssen überall durchfliegen, sonst hat das Studium kein Niveau" umschreibst. Ich meinte übrigens Geschichteinstitute in anderen Ländern.
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Re: Abschaffung (Änderung?) Studienbeitrag (Studiengebühren)

Beitrag von EALeuer »

Ich muss Patricija recht geben.
Zwar gibt es auch Professoren, die ernstzunehmnde Ansprüche haben und die Studenten in einem anständigen Maß fordern.
Die meisten muß ich in ihren ansprüchen aber leider als zu niedrig titulieren.

Ursprünglich komme ich von der Universität Bonn, die ein altes, sehr ehrwürdiges Historisches Insitut ihr eigen nennen darf (ich möchte hier nur Klaus Hildebrand oder Joachim Scholtysek als zwei Vertreter aus meinem Fachgebiet nennen).
Das was ich dort gelernt habe, lässt mich die meisten Anforderungen an der Uni Wien mit links erledigen, in Bonn würde man über die "Ansprüche" in Wien lachen.

Was wiederum Diplomarbeiten und Dissertationen angeht, muß ich allerdings ein angenehm hohes Niveau in Wien feststellen.
Nur frage ich mich: Wie sollen Studenten das erlernen, wenn sie während ihres Studiums so locker gehandhabt werden?

Letzten Endes komme ich auch wieder auf meine Forderung nach Eingangstests zurück. Das bedeutet NICHT, daß es Tests sein sollen, wie es sie jetzt bereits gibt. Sie sollen schon fachorientiert und "sinnvoll" sein.
Aber jemand der glaubt, daß Karl der Große Römer sei und nicht weiß wer Bismarck ist, hat auf keinem Institut etwas verloren und gelinde gesagt auch seine Matura oder sein Abitur nicht verdient.
Höhere Akademiekrquote ja, aber bei entsprechend höherem akademischen Niveau.
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catilina
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Re: Abschaffung (Änderung?) Studienbeitrag (Studiengebühren)

Beitrag von catilina »

Patricija hat geschrieben: Abgesehen von Rechtschreibfehlern
:D
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Patricija
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Re: Abschaffung (Änderung?) Studienbeitrag (Studiengebühren)

Beitrag von Patricija »

@ Catilina: Freut mich, zu deiner Belustigung beigetragen zu haben. Entschuldigung-ich bin eben nebenbei auch noch eine pingelige Germanistin. Wie du aber gemerkt haben wirst, war dieser Punkt der weniger relevante in meiner Kritik. Natürlich ist es dann leichter, sich auf diesen zu fokussieren.
Was wiederum Diplomarbeiten und Dissertationen angeht, muß ich allerdings ein angenehm hohes Niveau in Wien feststellen.
Nur frage ich mich: Wie sollen Studenten das erlernen, wenn sie während ihres Studiums so locker gehandhabt werden?
Die Endarbeit bewältigen diese dann oft mit erhöhtem Arbeistaufwand bzw. mit fremder Hilfe, was wissenschaftliche Arbeitstechniken und auch Inhalte betrifft. Es fehlen aber dann natürlich Qualifikationen, die man sich im Laufe des Studiums aneignen sollte.
Aber jemand der glaubt, daß Karl der Große Römer sei und nicht weiß wer Bismarck ist, hat auf keinem Institut etwas verloren und gelinde gesagt auch seine Matura oder sein Abitur nicht verdient.
Höhere Akademiekrquote ja, aber bei entsprechend höherem akademischen Niveau.
Richtig! Genau das hatte ich gemeint. (Es fängt schon bei der Matura an, wie du richtig festgestellt hast.) Und das hat nichts mit elitärem Verhalten zu tun. Danke für die Nennung des Beispieles der Universität Bonn, die als Beispiel sehr signifikant ist.
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Re: Abschaffung (Änderung?) Studienbeitrag (Studiengebühren)

Beitrag von Schloddie »

also nach dem hier scheinbar niemand den neuen betrag im univis stehen hat, hab ich mal nachgeforscht warum ich den dann da stehen hab und habe herausgefunden, dass ich für die uni wien das ganz jahr im ausland bin... und somit keinen beutrag zahlen muss. keine ahnung was da schief gelaufen ist.
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Re: Abschaffung (Änderung?) Studienbeitrag (Studiengebühren)

Beitrag von Patricija »

immer wieder amüsant diese machtlosigkeit gegenüber der technik. da wird jemand die geister, die er rief, nicht los
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Re: Abschaffung (Änderung?) Studienbeitrag (Studiengebühren)

Beitrag von yazdgirt3 »

Keiner nimmt den Studieren den auf nicht bewirtschafteten Studien den Platz weg. Es sagt außerdem niemand was, dass die AusländerInnen, vor allem die Deutschen auf der MU und der VU und die Japaner auf der Musikuni den Bewerbern mit österreichischem Reifezeugnis den Platz wegnehmen. Auf den Musikunis sind mehr als die Hälfte Ausländer und die (Bildungs-)Inländer müssen meistens draußen bleiben. Während uns die Deutschen benachteiligen, siehe FU Hagen. Die schafften alle für uns brauchbaren Studienrichtungen ab und führten einen saftigen Österreicherzuschlag ein, den andere Ausländer nicht zahlen müssen. Bei uns rennen die Deutschen, nur weil den (Bildungs)Inländern genug Plätze gesichert werden sollten, nach Straßburg und kriegen auch noch Recht. Die ganzen Begrenzungen gibts nur wegen der Deutschen.

Wenn die für mich JE 20.000 Euro ausgegeben haben, wär das schön, ich darf mir alles selber zahlen und kriege keine Ermäßigung. Für die Rückzahlung aufgrund einer Behinderung fehlen mir 10 %, dabei habe ich dieselben Kosten und Nachteile wie ein Schwerbehinderter. Wenn einer 20000 Euronen für mich ausgibt, bin ich das selber. Außerdem kriegen die auf den TUs und Kunstunis eigene Schreibtische und teure Computer zur Verfügung (einer kommt gottseidank auf mehrere), eine eigene Studentenklappe, haben die Sekretärin zur Verfügung undundund. Wir können nicht mal unsere Bücher über Nacht auf einem Arbeitsplatz liegen lassen. Und die zahlen keinen Groschen mehr und kriegen auch alles nachgetragen vom Personal. Die kriegen jeden Aushang 10 x, damit sie ihn irgendwann einmal sehen. Die suchen sich nicht mal ein Buch raus. Wenn für Studierende so viel Geld ausgegeben wird, dann für die, nicht für einen von Hiku und Phiku. Der Betrag ist höchstens ein Durchschnittswert über alle S´tudienrichtungen. Übrigens: Bei EXes kriegen die einen doppelt so hohen Prozentsatz zugeschossen wie wir.

Dass seit einigen Jahren mehrere Studienrichtungen belegt werden, hängt mit der Apartheid auf immer mehr Instituten (Bevorzugung der eigenen Studenten, auch die, die die Instituts-LVs als Pflichtlehrveranstaltungen brauchen, werden hinter den "eigenen" Studenten gereiht. Daher sehen sich viele gezwungen, solche Studienrichtungen auch zu inskribieren. Davon abgesehen, werden bei der Zuteilung der Institutsbudgets prinzipiell die "eigenen" Studierenden gerechnet, für die aus anderen Studienrichtungen kriegen sie deutlich weniger, wenn überhaupt was. Es ist daher recht und billig, Instituten, an denen man regelmäßig Lehrveranstaltungen belegt, durch eine Zusatzinskription mehr Geld zu verschaffen.

Mehrfachstudenten nehmen daher nix weg und das Problem ist "hausgemacht".

Übrigens: In Österreich werden viel mehr Stunden verlangt und für jeden Schein muss man eine Prüfung machen, es gibt keine "Sitzscheine". Und das Geschichtsstudium ist total verschult, seit 2002 gibts kaum Wahlmöglichkeiten, viel mehr Anwesenheit und bei den AER-Fächern ist es wichtiger, dass alles abgedeckt wird, als dass es einen wirklich interessiert. Für den Beruf ist bei weitem nicht alles notwendig, das dient nur dazu, dass alle Profs mit ihren Hobbies dran kommen.
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Re: Abschaffung (Änderung?) Studienbeitrag (Studiengebühren)

Beitrag von EALeuer »

Also, ich höre hier eine gewisse xenophobe Einstellung heraus.

Aus Erfahrung kann ich Dir berichten: Meine Bücher werden in der Institutsbibliothek nicht weggeräumt (eine freundliche Notiz hilft), ebenso habe ich hier in Österreich MEHR Prüfungen zu absolvieren als in der Bundesrepublik. Nun, das wird "dank" Bologna in Zukunft obsolet sein.
Eine Verschulung kann ich auch nicht feststellen.

Aber vielleicht liegt das nur daran, daß ich ein böser Deutscher bin, der Euch allen die Arbeit und die Studienplätze wegnimmt. Gut nur, daß ich nicht mosaischen Glaubens bin, sonst würde dies böse Erinnerungen an die Vergangenheit wachrufen....
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Re: Abschaffung (Änderung?) Studienbeitrag (Studiengebühren)

Beitrag von Epiktet »

EALeuer hat geschrieben:Zwar gibt es auch Professoren, die ernstzunehmnde Ansprüche haben und die Studenten in einem anständigen Maß fordern. Die meisten muß ich in ihren ansprüchen aber leider als zu niedrig titulieren.
Leider entspricht das auch meinem Eindruck. Nach zweieinhalb Monaten Studium muss ich sagen: Das Niveau, auf dem sich manche Professoren hier bewegen, ist erschreckend.

Dass an der Uni Wien bei den Geisteswissenschaften nicht allzuviel los ist, wird durch verschiedene Untersuchungen immer wieder bestätigt. Hier ein zwei Jahre altes Beispiel einer Übersicht über die deutschen, österreichischischen und Schweizer Universitäten:

http://ranking.zeit.de/che9/CHE?module= ... left=4#res
EALeuer hat geschrieben:Letzten Endes komme ich auch wieder auf meine Forderung nach Eingangstests zurück.
Deine von Dir so heiß geliebten Eingangstests für Studenten haben nichts mit dem Niveau mancher Professoren zu tun. Einige der in den Lehrveranstaltungen von Studenten gestellten Fragen sind tatsächlich so haarsträubend, dass es einem die Schuhe auszieht. Wer aber deswegen resigniert hat, ist selber schuld. Wenn es Professoren geben sollte, die behaupten, sie müssten sich an das Niveau ihrer Studenten anpassen, halte ich das für eine billige Ausrede. Keiner dieser Professoren ist gezwungen, sein Niveau herunterzuschrauben. Mein Verdacht ist eher, dass da nie etwas heruntergeschraubt wurde.
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