Liebe alle,
nach langen Jahren des Betriebs folgt nun auch das Geschichteforum dem Germanistikforum (https://forum.narrenschiff.org) in den Ruhestand.
Allerdings lassen wir das Forum noch aktiv (also eher ein Vor-Ruhestand), nur die Neu-Registrierung ist ab sofort nicht mehr möglich. Leider ist das Administrationsteam auf eine Person geschrumpft und mir alleine ist es - auch zeitlich - nicht mehr möglich, das Forum den aktuellen Studienplänen angemessen anzupassen und das Forum zu moderieren.
Falls es Interessierte an einem Fortbetrieb gibt (eventuell in Kooperation mit der FB-Gruppe), können sich diese gerne an mich wenden.
nach langen Jahren des Betriebs folgt nun auch das Geschichteforum dem Germanistikforum (https://forum.narrenschiff.org) in den Ruhestand.
Allerdings lassen wir das Forum noch aktiv (also eher ein Vor-Ruhestand), nur die Neu-Registrierung ist ab sofort nicht mehr möglich. Leider ist das Administrationsteam auf eine Person geschrumpft und mir alleine ist es - auch zeitlich - nicht mehr möglich, das Forum den aktuellen Studienplänen angemessen anzupassen und das Forum zu moderieren.
Falls es Interessierte an einem Fortbetrieb gibt (eventuell in Kooperation mit der FB-Gruppe), können sich diese gerne an mich wenden.
Abschaffung (Änderung?) Studienbeitrag (Studiengebühren)
- EALeuer
- Centurio
- Beiträge: 174
- Registriert: Mi 10.Okt 2007, 12:03
- Studienplan: Masterstudien Geschichte (neu ab WS 2014)
- Wohnort: 1010 Wien
Re: Abschaffung (Änderung?) Studienbeitrag (Studiengebühren)
Beides richtig. Dies sind zwei unterschiedliche Punkte, die beide abgestellt werden müssen. Deshalb sowohl eingangstests für Studenten aber auch höhere Anforderungen an Profs. Kann ja nicht sein, daß jeder für ein Essay über Gendering bereits ao Prof wird.
difficile est satiram non scribere
Re: Abschaffung (Änderung?) Studienbeitrag (Studiengebühren)
Das Geschichte nicht das schwierigste Studium ist wie die meisten anderen Geisteswissenschaften auch dürfte wohl bekannt sein. 100 verschiedene Werke zu Zitieren um daraus das 101 Werk zu schaffen hat sicherlich weniger Anspruch als ein aufbauendes Technik oder Naturwissenschaft Studium.
Wer will kann sich sein Geschichte Studium auch schwerer gestalten und bei der nächsten Arbeit auf deutsch übersetzte Literatur verzichten....nur mal so als Idee
.
Schwierigkeitsgrad hin oder her, am Ende haben es sicherlich viele Geisteswissenschaftler nicht leicht bei der Suche nach Arbeit....und die große Anzahl an Geisteswissenschaftler macht das sicherlich auch nicht leichter.
Mfg AGUIRRE
Wer will kann sich sein Geschichte Studium auch schwerer gestalten und bei der nächsten Arbeit auf deutsch übersetzte Literatur verzichten....nur mal so als Idee

Schwierigkeitsgrad hin oder her, am Ende haben es sicherlich viele Geisteswissenschaftler nicht leicht bei der Suche nach Arbeit....und die große Anzahl an Geisteswissenschaftler macht das sicherlich auch nicht leichter.
Mfg AGUIRRE
-
- Centurio
- Beiträge: 155
- Registriert: Sa 30.Aug 2008, 14:11
- Studienplan: Masterstudien Geschichte (neu ab WS 2014)
- Wohnort: Wien
Re: Abschaffung (Änderung?) Studienbeitrag (Studiengebühren)
Was das Niveau bzw. die Aufnahmsprüfungen anbelangt:
Die Matura muss reichen, wozu hat man sie. Allerdings rennen Leute rum, die noch bei Studienende grundlegende Sachen nicht wissen, z. B. wo das antike Makedonien gelegen hat. Solche Leute gehören ausgesiebt.
Ich muss allerdings sagen, dass die Geschichte da noch Gold ist im Vergleich zu anderen Unis, da können auch die Maggis GAR NIX und für Arbeiten, die sie selber machen sollen, spannen sie am liebsten das Personal ein.
Vielleicht lässt sich durch die Zentralmatura die Aufnahmsprüfung verhindern. Eine Aufnahmsprüfung muss sich aber nach dem österreichischen Oberstufenlehrplan richten und nicht (wie auf der Medizin) nach dem Ausland.
Meine Einstellung ist nicht xenophob, ich bin nur der Meinung, dass Studienplätze in erster Line für diejenigen da zu sein haben, die ihren Lebensmittelpunkt in Österreich haben und hier Abgaben zahlen. außerdem soll dann Hagen seine Österreicherzuschläge abschaffen und die alten Studiengänge wie Geschichte oder Erziehungswissenschaft wieder einführen. Und dann soll österreichisches Deutsch dem BRD-Deutschen als gleichwertig anerkannt und nicht als Fehler gerechnet werden (Ösis können einzig und alleine deswegen bei Prüfungen durchfallen, weil unser Deutsch ein zweitrangiger Dialekt ist). Davon abgesehen kommt es immer wieder vor, dass neue deutsche Vorgesetzte kommen und das altbewährte Personal, österreichisches wie ausländisches, einfach rauswirft, weil es für einen modernen Betrieb nichts tauge. Die von früheren Stellen mitgebrachten Mitarbeiter taugen aber noch weniger.
von den fünf Profs ist gerade mal einer Ösi, drei sind Deutsche und eine Kroatin. Als Österreicher kann man offenbar nichts mehr im eigenen Land werden. Die Amerikaner sind allerdings auch nicht besser. Und ich sehe nicht ein, warum man nur auf Südländer losgeht, "Edel-Ausländer" aber verschont.
Arg finde ich auch, dass manche Studienrichtungen die Anforderungen unter der Begründung kräftig hinaufschnalzen unter dem Vorwand, für Incomers attraktiv sein zu wollen. Zuerst sollten doch diejenigen kommen, die hier leben. Für die wurden die Unis ja gebaut. Uns gegenüber denkt man verständlicherweise ja genauso.
Übrigens wird keiner, der einen orientalischen Nick hat, xenophob sein.
Die Matura muss reichen, wozu hat man sie. Allerdings rennen Leute rum, die noch bei Studienende grundlegende Sachen nicht wissen, z. B. wo das antike Makedonien gelegen hat. Solche Leute gehören ausgesiebt.
Ich muss allerdings sagen, dass die Geschichte da noch Gold ist im Vergleich zu anderen Unis, da können auch die Maggis GAR NIX und für Arbeiten, die sie selber machen sollen, spannen sie am liebsten das Personal ein.
Vielleicht lässt sich durch die Zentralmatura die Aufnahmsprüfung verhindern. Eine Aufnahmsprüfung muss sich aber nach dem österreichischen Oberstufenlehrplan richten und nicht (wie auf der Medizin) nach dem Ausland.
Meine Einstellung ist nicht xenophob, ich bin nur der Meinung, dass Studienplätze in erster Line für diejenigen da zu sein haben, die ihren Lebensmittelpunkt in Österreich haben und hier Abgaben zahlen. außerdem soll dann Hagen seine Österreicherzuschläge abschaffen und die alten Studiengänge wie Geschichte oder Erziehungswissenschaft wieder einführen. Und dann soll österreichisches Deutsch dem BRD-Deutschen als gleichwertig anerkannt und nicht als Fehler gerechnet werden (Ösis können einzig und alleine deswegen bei Prüfungen durchfallen, weil unser Deutsch ein zweitrangiger Dialekt ist). Davon abgesehen kommt es immer wieder vor, dass neue deutsche Vorgesetzte kommen und das altbewährte Personal, österreichisches wie ausländisches, einfach rauswirft, weil es für einen modernen Betrieb nichts tauge. Die von früheren Stellen mitgebrachten Mitarbeiter taugen aber noch weniger.
von den fünf Profs ist gerade mal einer Ösi, drei sind Deutsche und eine Kroatin. Als Österreicher kann man offenbar nichts mehr im eigenen Land werden. Die Amerikaner sind allerdings auch nicht besser. Und ich sehe nicht ein, warum man nur auf Südländer losgeht, "Edel-Ausländer" aber verschont.
Arg finde ich auch, dass manche Studienrichtungen die Anforderungen unter der Begründung kräftig hinaufschnalzen unter dem Vorwand, für Incomers attraktiv sein zu wollen. Zuerst sollten doch diejenigen kommen, die hier leben. Für die wurden die Unis ja gebaut. Uns gegenüber denkt man verständlicherweise ja genauso.
Übrigens wird keiner, der einen orientalischen Nick hat, xenophob sein.


- EALeuer
- Centurio
- Beiträge: 174
- Registriert: Mi 10.Okt 2007, 12:03
- Studienplan: Masterstudien Geschichte (neu ab WS 2014)
- Wohnort: 1010 Wien
Re: Abschaffung (Änderung?) Studienbeitrag (Studiengebühren)
Nun, ich habe hier seit 4 Jahren meinen Lebensmittelpunkt und zahle auch nicht wenig Abgaben, da ich noch zusätzlich durch Erwerbstätigkeit mein Studium finanziere.
Weshalb soll ich hier nicht genauso studieren dürfen, mit genau den gleichen Rechten, wie sie "Eingeborene" haben (gut, mit den gleichen Rechten wie Strache und Konsorten muß auch ich mich herumschlagen....)?
Hochdeutsch ist und bleibt nun mal Schriftsprache, dazu hat sich Österreich selbst verpflichtet, nachdem es sich gemeinsam mit der Schweiz und der Bundesrepublik den entsprechenden Konventionen unterworfen hat. Leitwerk dessen ist der Duden. Und in dem heißt es nun mal DER Monat und DIE Pendlerpauschale.
Das große Kotzen bekomme ich,wenn Studenten, die ja doch den Anspruch an sich stellen sollten, angehende Akademiker zu sein, so schreiben, wie sie reden. Würde jemand anfangen, "deutsch-türkisch" zu schreiben, wäre der Skandal groß. Aber in diversen heimatlichen Dialekten ist es "ur-liab"? Seltsamer Maßstab, ich kann beides nicht als "Kultursprache" ansehen. Abgesehen davon gibt es doch auch nicht DAS Österreichisch. In jeder Region werden andere Dialekte gesprochen, womit das Thema ohnehin ad acta gelegt ist. Es käme ja auch niemand auf die Idee plötzlich auf Kölsch oder Sächsisch zu schreiben. Es sei denn er bringt einen entsprechenden Asterix heraus...
Wenn nun Dozenten ihre Mitarbeiter mitbringen - nun, das ist wohl der natürlichste Vorgang der Welt und es wäre vice versa genauso. Allerdings solltest Du Dich fragen, weshalb so viele Dozenten aus der Bundesrepublik kommen? Bestimmt nicht, weil sie hier so gerne mit offenen Armen empfangen werden!
Was nun die Fernuniversität Hagen damit zu tun hat erschließt sich mir nicht.
Zu guter letzt sagt dein "Nickname" rein gar nichts aus. Der echte Wiener heißt ja bekanntlich auch "Travnicek".
Deine Argumente für eine Zweiklassengesellschaft der Zugangsberechtigten erschließen sich mir in keinster Weise. Aber ich erkenne den Effekt, der sich oft bei "Menschen mit Migrationshintergund" erschließt. Sie sind immer noch bessere Inländer als die anderen Ausländer....
Wie wäre es mal mit einem Wettbewerb unter den Besten? Und zwar Europaweit? Oder ist Dir da die Konkurrenz zu groß?
Weshalb soll ich hier nicht genauso studieren dürfen, mit genau den gleichen Rechten, wie sie "Eingeborene" haben (gut, mit den gleichen Rechten wie Strache und Konsorten muß auch ich mich herumschlagen....)?
Hochdeutsch ist und bleibt nun mal Schriftsprache, dazu hat sich Österreich selbst verpflichtet, nachdem es sich gemeinsam mit der Schweiz und der Bundesrepublik den entsprechenden Konventionen unterworfen hat. Leitwerk dessen ist der Duden. Und in dem heißt es nun mal DER Monat und DIE Pendlerpauschale.
Das große Kotzen bekomme ich,wenn Studenten, die ja doch den Anspruch an sich stellen sollten, angehende Akademiker zu sein, so schreiben, wie sie reden. Würde jemand anfangen, "deutsch-türkisch" zu schreiben, wäre der Skandal groß. Aber in diversen heimatlichen Dialekten ist es "ur-liab"? Seltsamer Maßstab, ich kann beides nicht als "Kultursprache" ansehen. Abgesehen davon gibt es doch auch nicht DAS Österreichisch. In jeder Region werden andere Dialekte gesprochen, womit das Thema ohnehin ad acta gelegt ist. Es käme ja auch niemand auf die Idee plötzlich auf Kölsch oder Sächsisch zu schreiben. Es sei denn er bringt einen entsprechenden Asterix heraus...
Wenn nun Dozenten ihre Mitarbeiter mitbringen - nun, das ist wohl der natürlichste Vorgang der Welt und es wäre vice versa genauso. Allerdings solltest Du Dich fragen, weshalb so viele Dozenten aus der Bundesrepublik kommen? Bestimmt nicht, weil sie hier so gerne mit offenen Armen empfangen werden!
Was nun die Fernuniversität Hagen damit zu tun hat erschließt sich mir nicht.
Zu guter letzt sagt dein "Nickname" rein gar nichts aus. Der echte Wiener heißt ja bekanntlich auch "Travnicek".
Deine Argumente für eine Zweiklassengesellschaft der Zugangsberechtigten erschließen sich mir in keinster Weise. Aber ich erkenne den Effekt, der sich oft bei "Menschen mit Migrationshintergund" erschließt. Sie sind immer noch bessere Inländer als die anderen Ausländer....
Wie wäre es mal mit einem Wettbewerb unter den Besten? Und zwar Europaweit? Oder ist Dir da die Konkurrenz zu groß?
difficile est satiram non scribere
- Patricija
- Censor
- Beiträge: 417
- Registriert: Sa 06.Okt 2007, 12:16
- Studienplan: BA Geschichte Dipl. Rev.1 (ab WS 2011)
- Wohnort: 1110 Wien
- Kontaktdaten:
Re: Abschaffung (Änderung?) Studienbeitrag (Studiengebühren)
ein wahres wort,hab ich auch schon erleben müssen-österreich (verallgemeinerung,ich weiß) hat vll einen kleinen historischen komplex, sich mehr vom (ganz abstrakt) "osten" abgrenzen zu wollen, dem es in vielen dingen kulturell nahe steht und die nähe zum westen umso mehr herauszustreichen...ist ja noch zu verstehen...aber ehrlich gesagt, finde ich es besser, ein bisschen piefke-ösi-streiterei zu haben (wenn man redet, versteht man sich ohnehin meist gutUnd ich sehe nicht ein, warum man nur auf Südländer losgeht, "Edel-Ausländer" aber verschont.


Ein guter Kaffee ist wie mein Freund:
Belebend am Morgen, süß wie die Nächte in seinen Armen, heiß wie sein Äußeres und schwarz wie seine Flüche^^
- EALeuer
- Centurio
- Beiträge: 174
- Registriert: Mi 10.Okt 2007, 12:03
- Studienplan: Masterstudien Geschichte (neu ab WS 2014)
- Wohnort: 1010 Wien
Re: Abschaffung (Änderung?) Studienbeitrag (Studiengebühren)
Deine Einstellung ist sehr löblich Patricija.
Allerdings ahbe ich hier die gegenteilige Erfahrung gemacht.
Jeder "Tschusch" ist hier lieber gesehen als ein "Piefke".
Und abgesehen davon: Als Rheinländer verbitte ich mir den Begriff "Piefke" zutiefst.
Das schlimmste ist allerdings: Das kommt weniger im normalen Alltag sondern INSBESONDERE auf der Universität zum Vorschein.
Was die "Anschlußgedanken" angeht. Das geht noch tief auch 1848 und die erste, deutsch-österreichische Republik zurück. Das "dritte Lager" scheint mir aber nichts mehr dergleichen zu vertreten, nur noch Kokaian statt Pummerin. oder so...
Allerdings ahbe ich hier die gegenteilige Erfahrung gemacht.
Jeder "Tschusch" ist hier lieber gesehen als ein "Piefke".
Und abgesehen davon: Als Rheinländer verbitte ich mir den Begriff "Piefke" zutiefst.
Das schlimmste ist allerdings: Das kommt weniger im normalen Alltag sondern INSBESONDERE auf der Universität zum Vorschein.
Was die "Anschlußgedanken" angeht. Das geht noch tief auch 1848 und die erste, deutsch-österreichische Republik zurück. Das "dritte Lager" scheint mir aber nichts mehr dergleichen zu vertreten, nur noch Kokaian statt Pummerin. oder so...

difficile est satiram non scribere
- Epiktet
- Historicus Magnus
- Beiträge: 228
- Registriert: Mi 27.Aug 2008, 11:44
- Studienplan: BA Geschichte Dipl. (ab WS 2008)
- Wohnort: Wien
Re: Abschaffung (Änderung?) Studienbeitrag (Studiengebühren)
Der Ausdruck "Lebensmittelpunkt" mag zwar in den Ohren vieler ganz harmlos klingen, dient aber inzwischen nur noch zur Bemäntelung nationalistischer Tendenzen.yazdgirt3 hat geschrieben:Meine Einstellung ist nicht xenophob, ich bin nur der Meinung, dass Studienplätze in erster Line für diejenigen da zu sein haben, die ihren Lebensmittelpunkt in Österreich haben und hier Abgaben zahlen.
Was soll daran nicht xenophob sein, wenn Du für Abschottung bist, und sei es nur bei irgendwelchen Studienplätzen?
- EALeuer
- Centurio
- Beiträge: 174
- Registriert: Mi 10.Okt 2007, 12:03
- Studienplan: Masterstudien Geschichte (neu ab WS 2014)
- Wohnort: 1010 Wien
Re: Abschaffung (Änderung?) Studienbeitrag (Studiengebühren)
Ich bin ab sofort für einen Zustimmungs-Button.
Abgesehen davon möchte ich hier mal ein völlig zusammenhangloses "KÖLLE ALAAF!" einbringen.
Aber Vorsicht, das kommt nicht von hier, sondern aus den alten, habsburgischen Rheinlanden. Sollten wir deshalb vielleicht vorsorglich "abschotten"....
Abgesehen davon möchte ich hier mal ein völlig zusammenhangloses "KÖLLE ALAAF!" einbringen.
Aber Vorsicht, das kommt nicht von hier, sondern aus den alten, habsburgischen Rheinlanden. Sollten wir deshalb vielleicht vorsorglich "abschotten"....

difficile est satiram non scribere
-
- Mini-Historicus
- Beiträge: 49
- Registriert: Di 30.Okt 2007, 9:09
- Studienplan: Masterstudien Geschichte (neu ab WS 2014)
Re: Abschaffung (Änderung?) Studienbeitrag (Studiengebühren)
Nun, ganz zustimmen kann ich Dir hier nicht, obwohl ich vestehe, woher diese Einschätzung kommt.EALeuer hat geschrieben:Allerdings ahbe ich hier die gegenteilige Erfahrung gemacht.
Jeder "Tschusch" ist hier lieber gesehen als ein "Piefke".
Und abgesehen davon: Als Rheinländer verbitte ich mir den Begriff "Piefke" zutiefst.
Das schlimmste ist allerdings: Das kommt weniger im normalen Alltag sondern INSBESONDERE auf der Universität zum Vorschein.
Es mag auf den ersten Blick so wirken, als würden "die Österreicher" "die Deutschen" wenig schätzen, was aber auf den zweiten Blick nur sehr bedingt stimmt (meist sind dabei ja abstrakte Größen gemeint, während im persönlichen Kontakt normalerweise keine Probleme entstehen). Zum einen ist eine solche Einstellung in Wien wesentlich verbreiteter, als im Rest des Landes (Wien ist keineswegs repräsentativ für Österreich an sich - oftmals sind in den Bundesländern die Wiener selbst die "Piefkes" die keiner haben will), zum anderen rührt es daher, dass der gelernte Ösi reflexartig "Deutscher" mit "Preuße aka Piefke" gleichsetzt. Fragt man so jemanden dann weiter, ob er denn z. B. zu den Bayern steht, wird er in 99% aller Fälle antworten, dass die ja "eh mehr Österreicher als Deutsche (=Preußen) als sonstwas" seien. Insofern braucht man die Meinung solcher Trauergestalten gar nicht weiter beachten, weil sie ganz offensichtlich ein ziemlich einfaches, unreflektiertes Weltbild haben. Es versteht sich von selbst, dass die nächsten lebenden Verwandten der Österreicher die Bayern sind, wenn also nun die Bayern per Definition kulturelle Deutsche sind, dann sind es auch die Österreicher. Dass letztere einen separaten, unabhängigen Staat gegründet haben (Vielstaaterei ist seit je her ein typisches Merkmal der deutschen Staatsgeschichte) ändert ja nichts an der Nationszugehörigkeit an sich, die sich nunmal hauptsächlich aus der historisch gewachsenen Muttersprache konstituiert.
Es stimmt definitiv, dass das offizielle österreich seit 45 ein geradezu neurotisch-zwanghaftes Bedürfnis hat, sich "kulturell" von der BRD zu differenzieren. Dieses ganze Land ist eine Kryptonation, die sich nach dem Krieg, anstatt klare Verhältnisse zu schaffen, lieber mit dem Verweis, doch das erste Opfer gewesen zu sein, aus jeder Verantwortung verabschiedet hat. Die Papier gewordene Inkarnation dieser Einstellung ist der nachträglich zur heiligen Kuh verklärte Staatsvertrag. Das österreichische Selbstbewußtsein begründet sich seit damals auf eine skurrile Mischung aus Glauben an die Sozialpartnerschaft als die neue heilige Dreifaltigkeit, Verklärung der habsburgischen Monarchie in einer Sissi-artigen Ausprägung (die real nie existiert hat) und vor allem auf die Erfolge der Schifahrer. Von Wien aus hat man sich redlich bemüht, die Beziehungen des Landes zu den ehemaligen Kronländern schönzufärben und an die gute alte Zeit der Walzer- und Operettenmonarchie zu erinnern...was auch nur hierzulande klappen kann, denn die Einwohner jener "Kronländer" haben verständlicherweise ein wesentlich anderes Erinnerungsbild an die Zeiten der (aus ihrer Sicht) deutschen Zwangsherrschaft durch die Habsburger.
Es verwundert mich ehrlich gesagt wirklich nicht, dass eine "Nation", oder sagen wir besser ein Staat, der auf einer so schmalen ideologischen Basis gegründet wurde, postwendend ein gewaltiges Rechtfertigungsproblem sich selbst gegenüber hat. Weshalb viele Österreicher den Staat Österreich gleichzeitig lieben (weil jeder eine Heimat braucht) und hassen (weil sie spüren, dass dieser Staat in gewisser Weise eine Art permanentes Provisorium ist). Daher wenden sich viele auch lieber dem eigenen Bundesland als identitätsstiftende Größe zu, weil das einfach unproblematischer ist. Hinzu kommt dann als das Tüpfelchen auf dem i noch ein massiver Neidkomplex im hintersten Winkel der österreichischen Hirne: insgeheim und im tiefsten Inneren sieht jeder Österreicher ja ein, dass Deutschland und Österreich ein Kulturraum sind (es ist nunmal ein historisches Faktum, das man nicht leugnen sollte, weil es ja auch nichts Negatives ist). Aber da wir das kleinere dieser beiden Länder sind, das natürlich neben der großen BRD in der Welt subjektiv-österreichisch viel zu wenig Beachtung findet, entwickelt sich daraus eine irrationale Aggression wie unter Kleinkindern, von denen das Jüngere stets neidisch auf das Ältere ist, weil die Erwachsenen sich mehr mit diesem unterhalten. Daher beginnt der gelernte Ösi sich selbst wegen seiner eingebildeten Unwichtigkeit zu hassen (drastisch formuliert), was er wiederum kompensieren muss, indem er das Objekt seines Neids, den Deutschen = den Preußen, dämonifiziert und zur Wurzel allen Übels erklärt.
Ich hoffe, man kann aus meinem Geschreibsel einigermassen erkennen, worauf ich hinaus wollte

LG, ein Oberösterreicher
- Patricija
- Censor
- Beiträge: 417
- Registriert: Sa 06.Okt 2007, 12:16
- Studienplan: BA Geschichte Dipl. Rev.1 (ab WS 2011)
- Wohnort: 1110 Wien
- Kontaktdaten:
Re: Abschaffung (Änderung?) Studienbeitrag (Studiengebühren)
Bezüglich Deutschland stimmt diese Einstellung mit der Art Miderwertigkeitskomplex. Jetzt noch zum Thema "Tschusch", obwohl Rassismus, das möchte ich betonen, kein alleiniges Steckenpferd nur der österreicher ist:
Ich habe oft das Gefühl, als würde Österreich pauschal gesagt eine gewisse Mittelstellung zwischen Ost und West einnehmen. Sprich: (für früher geltend) nicht so industrialisiert wie der Westen (GB, F), aber industrialisierter als der Osten. Und wenn man sieht, wie stark die slawischen Wurzeln (nein, die Germanen und Slawen waren nie sauber getrennte homogene "Völker") in österreichischen Namen, Ortsnamen und Sprichwörtern verwachsen sind, sieht man schon eine gewisse Tendenz gen Osten, die gerne geleugnet wird, wenn man Österreicher darauf anspricht. Es gibt wenige Bücher über Slawen bzw. kein Bewusstsein bezüglich dieses Volkes. In Deutschland laufen viel mehr Aktionen ala "Wir bauen ein urslawisches Dorf nach" etc. Außerdem glaube ich, dass neben den konkreten politischen Ereignissen in Bezug auf die Slawen wieder etwas ins Gewicht fällt, wo Österreich eine Mittelstellung einnahm: Während woanders große politische Revolutionen stattfanden, schlug sich Österreich mit ein paar heute schon fast vergessenen Jakobinern herum. Dieses Fehlen einer politischen Revolution wurde auch in Deutschland, wenn, dann erst später nachgeholt, aber ein wirklich revolutionäres Bürgertum...naja...ein Bildungsbürgertum eher, so wie in Österreich ein beamtenbürgertum. Eben, weil sich Österreich einiger Fortschrittsmängel (soll nicht auf die heutige Zeit abzielend abwertend gemeint sein) bewusst war, erhob es sich umso lieber großspurig gegenüber dem Osten ab.
Man vergisst immer, dass die k.u.k-Monarchie vll auch Bildungsaufträge erfüllt, aber in erster Linie (wie andere Großmächte auch), seine Völkerschaften (im Osten) bewusst niedergehalten hat. Der trotzdem stattfindende kulturelle Austausch aus (Süd)osteuropa ist heute aus dem Bewusstsein der Masse fast verschwunden. (durch diverse Populisten, die einen kollektiven Kulturrassismus schüren) Auf der Universität kann man noch vergleichsweise leicht über das Thema reden, aber in meinem Heimatbezirk Simmering...*grusel*. "Mir hobn mit dem Slawengsindl nix z'tun". Ja-es geht nicht nur gegen ein paar sich unkorrekt verhaltende Menschen, sondern gegen "de Slawenrass'".
Und wie gesagt, habe ich schon öfter Zitate Richtung Anschlussgedanken (ohne Paranoia zu haben, wie manche andere, sobald man das Wort "deutsch" erwähnt) vernommen: "Do wär ma wieda groß". Widersprüchlicherweise pocht man dann auf österreichische Identität, die es ja erst frühestens seit 1918 (konstruiert) gibt: "Na gemütlicher samma scho als de Preißen". Vom österreichischen Geschichtsbewusstsein rede ich erst gar nicht. Relativiert man nämlich das Bild vom Nationalstaat Österreich sachlich, ist man sofort ein "linker Nestbeschmutzer" (hach die sich kollektiv wiederholenden Kronen-Zeitungs-Phrasen) und das gefällt mir als doch eher konservative Person gar nicht. (Was wirklich "links" ist, wissen aber weder die meisten Krone-Leser, noch einige "Linke" selbst.) Aber schluss jetzt mit diesem Politiksumpf.
Ich will niemanden beleidigen, aber kritischer Umgang mit der Geschichte verringert vll die Intoleranz gegenüber anderen Völkern und ihrer.
So und jetzt haben wir uns alle lieb: Preußen, Slawen und Awaren, denn mit dem Trinken haben wirs ja alle!
Ich habe oft das Gefühl, als würde Österreich pauschal gesagt eine gewisse Mittelstellung zwischen Ost und West einnehmen. Sprich: (für früher geltend) nicht so industrialisiert wie der Westen (GB, F), aber industrialisierter als der Osten. Und wenn man sieht, wie stark die slawischen Wurzeln (nein, die Germanen und Slawen waren nie sauber getrennte homogene "Völker") in österreichischen Namen, Ortsnamen und Sprichwörtern verwachsen sind, sieht man schon eine gewisse Tendenz gen Osten, die gerne geleugnet wird, wenn man Österreicher darauf anspricht. Es gibt wenige Bücher über Slawen bzw. kein Bewusstsein bezüglich dieses Volkes. In Deutschland laufen viel mehr Aktionen ala "Wir bauen ein urslawisches Dorf nach" etc. Außerdem glaube ich, dass neben den konkreten politischen Ereignissen in Bezug auf die Slawen wieder etwas ins Gewicht fällt, wo Österreich eine Mittelstellung einnahm: Während woanders große politische Revolutionen stattfanden, schlug sich Österreich mit ein paar heute schon fast vergessenen Jakobinern herum. Dieses Fehlen einer politischen Revolution wurde auch in Deutschland, wenn, dann erst später nachgeholt, aber ein wirklich revolutionäres Bürgertum...naja...ein Bildungsbürgertum eher, so wie in Österreich ein beamtenbürgertum. Eben, weil sich Österreich einiger Fortschrittsmängel (soll nicht auf die heutige Zeit abzielend abwertend gemeint sein) bewusst war, erhob es sich umso lieber großspurig gegenüber dem Osten ab.
Man vergisst immer, dass die k.u.k-Monarchie vll auch Bildungsaufträge erfüllt, aber in erster Linie (wie andere Großmächte auch), seine Völkerschaften (im Osten) bewusst niedergehalten hat. Der trotzdem stattfindende kulturelle Austausch aus (Süd)osteuropa ist heute aus dem Bewusstsein der Masse fast verschwunden. (durch diverse Populisten, die einen kollektiven Kulturrassismus schüren) Auf der Universität kann man noch vergleichsweise leicht über das Thema reden, aber in meinem Heimatbezirk Simmering...*grusel*. "Mir hobn mit dem Slawengsindl nix z'tun". Ja-es geht nicht nur gegen ein paar sich unkorrekt verhaltende Menschen, sondern gegen "de Slawenrass'".
Und wie gesagt, habe ich schon öfter Zitate Richtung Anschlussgedanken (ohne Paranoia zu haben, wie manche andere, sobald man das Wort "deutsch" erwähnt) vernommen: "Do wär ma wieda groß". Widersprüchlicherweise pocht man dann auf österreichische Identität, die es ja erst frühestens seit 1918 (konstruiert) gibt: "Na gemütlicher samma scho als de Preißen". Vom österreichischen Geschichtsbewusstsein rede ich erst gar nicht. Relativiert man nämlich das Bild vom Nationalstaat Österreich sachlich, ist man sofort ein "linker Nestbeschmutzer" (hach die sich kollektiv wiederholenden Kronen-Zeitungs-Phrasen) und das gefällt mir als doch eher konservative Person gar nicht. (Was wirklich "links" ist, wissen aber weder die meisten Krone-Leser, noch einige "Linke" selbst.) Aber schluss jetzt mit diesem Politiksumpf.
Ich will niemanden beleidigen, aber kritischer Umgang mit der Geschichte verringert vll die Intoleranz gegenüber anderen Völkern und ihrer.
So und jetzt haben wir uns alle lieb: Preußen, Slawen und Awaren, denn mit dem Trinken haben wirs ja alle!


Ein guter Kaffee ist wie mein Freund:
Belebend am Morgen, süß wie die Nächte in seinen Armen, heiß wie sein Äußeres und schwarz wie seine Flüche^^
- Patricija
- Censor
- Beiträge: 417
- Registriert: Sa 06.Okt 2007, 12:16
- Studienplan: BA Geschichte Dipl. Rev.1 (ab WS 2011)
- Wohnort: 1110 Wien
- Kontaktdaten:
Re: Abschaffung (Änderung?) Studienbeitrag (Studiengebühren)
Eines noch-und ich hoffe, ich bin jetzt nicht die meistgehasste Person im Forum:
Ich bin sicherlicher kein "Patriot", ohne diesen Begriff oder den "Nationalstaat" an sich zu reflektieren. Allerdings, finde ich die sicherlich gut gemeinte antifaschistische Aufklärung manchmal gefährlich unsachlich. "Nimm dein Flaggerl für das Gackerl" oder so...jaaaa ich weiß....hat sich der Strache auch beschwert. Aber ich frage mich schon: Ist es nötig, eine Fahne, die ja für jedes Land der Welt (ja auch für Österreich) eine gewisse Geschichte und einen Symbolwert hat, herabzuwürdigen? Klarerweise identifizieren sich dann manche "Bürger" dann noch mehr mit den Rechtsparteien, die so etwas für sich zu nutzen wissen und ein übersteigertes Heimatgefühl als Alternative anbieten, die vielen dann lieber ist.
Man hätte zB. Haiders Aussage bezgl. der "ideologischen Missgeburt" von "linker" Seite sachlich ausschlachten können, aber nichts ist passiert.
Mir kommt es so vor, als würde durch die lange Zeit der laschen Aufarbeitung (der noch immer nicht vergangenen österreichischen Opferhaltung) nach der Bewusstwerdung vll versucht, umso stärker aufzuarbeiten, was ja nicht schlecht ist. Durch eine teilweise aber chaotische Intensität geht die Sachlichkeit verloren und das Ganze wirkt eher kontraproduktiv. "Heimat im Herzen-sch**** im Hirn"...ich weiß nicht. JHerr Van der Bellen hat sich distanziert, aber ob das zu allen durchgedrungen ist...solche Aussagen wirken medial. Jedenfalls tragen diese Formulierungen eher dazu bei,dass sich manche angegriffen fühlen und Rechtspopulisten das dann auf eine (altbekannte) Opferhaltung schlechthin projizieren und neben berechtigten Argumenten bezüglich deutscher Minderheiten auch heimlich andere in den "Opferdunst" flüchten. Ich weiß nicht, wie oft ich auf der Straße gehört hab: "Der Aribert Heim is doch ein alter Mann-ja da hetzen die Linken und Juden schon wieder. Alles, was von uns kommt, is automatisch schlecht."
Man sieht also: Sogar Verbrecher, von denen früher jeder gesagt hat: "Klare Sache-Verbrecher!"-werden da schon miteinbezogen,weil viele das Gefühl haben, dass gar nichts mehr passt, was mit ihnen und ihrem Land zu tun hat und aus einer Trotzreaktion heraus auch das verteidigen, was wirklich nachweislich schlecht ist.
War früher noch eine gewisse Hemmschwelle (ich rede von den Leuten meines Bezirks: "Ich bin kein Rechter, aber..."), so höre ich heute oft: "Bin ich halt ein Nazi...man is eh schon wegen jeder Kleinigkeit ein Nazi" oder "Die schimpfen dauernd über uns-wer weiß, war das mit den Nazis wirklich so schlimm und sie schreien da auch nur laut herum".
UND: Dadurch geht der ganze Informationsfluss im TV (jeden Tag eine Doku über den NS) auch den Bach runter, weil die Leute es einfach aufgrund der übersteigerten Intensität nicht mehr hören wollen: "Die schimpfen eh dauernd auf unsern Staat, da schau ich mir auch im Fernsehen nix mehr an, wo auf uns geschimpft wird." (Richtig gelesen: "uns"-Solidarität mit den Nazis, weil auf die ja auch geschimpft wird-so eine Atrmosphäre entsteht da:"Unter dem nazis hat man noch stolz auf sein Land sein dürfen"). Dass es "Österreich" damals nicht gab, wollen sie schon gar nicht mehr hören. Man suhlt sich gemeinsam mit den wahren Tätern im Opfersumpf, weil man sich selbst auch beleidigt fühlt.
Meine These also: Kritik am Staat, wie er jetzt ist, ist notwendig, aber dann bitte sachlich und bis zu einem gewissen Maß, so es der sache dienlich ist, auch der Zielgruppe angepasst. Man spielt den Rechten in die Hände, wenn man bei jeder noch so harmlosen Aktion gleich die "Nazikeule" schwingt und das Opferbewusstsein neu aufleben lässt, hinter dem sich dann auch wirkliche Täter verstecken. DAS ist nämlich auch Verharmlosung (wenn man sich beschwert, dass einem was gestohlen wurde oder gerne Bergwandern geht und Nazi geschimpft wird-alles persönlich erlebt)!!!
Ich will damit keinesfalls sagen, dass der unsachliche antifaschistische Kampf schuld ist, dass die Rechtsextremen teilweise wieder salonfähig sind-das haben andere zu verantworten. Aber teilweise wirkt manche Agitation kontraproduktiv. Eine klassische Protestpartei könnten nämlich duchaus auch "eine linke" sein.
Ich bin sicherlicher kein "Patriot", ohne diesen Begriff oder den "Nationalstaat" an sich zu reflektieren. Allerdings, finde ich die sicherlich gut gemeinte antifaschistische Aufklärung manchmal gefährlich unsachlich. "Nimm dein Flaggerl für das Gackerl" oder so...jaaaa ich weiß....hat sich der Strache auch beschwert. Aber ich frage mich schon: Ist es nötig, eine Fahne, die ja für jedes Land der Welt (ja auch für Österreich) eine gewisse Geschichte und einen Symbolwert hat, herabzuwürdigen? Klarerweise identifizieren sich dann manche "Bürger" dann noch mehr mit den Rechtsparteien, die so etwas für sich zu nutzen wissen und ein übersteigertes Heimatgefühl als Alternative anbieten, die vielen dann lieber ist.
Man hätte zB. Haiders Aussage bezgl. der "ideologischen Missgeburt" von "linker" Seite sachlich ausschlachten können, aber nichts ist passiert.
Mir kommt es so vor, als würde durch die lange Zeit der laschen Aufarbeitung (der noch immer nicht vergangenen österreichischen Opferhaltung) nach der Bewusstwerdung vll versucht, umso stärker aufzuarbeiten, was ja nicht schlecht ist. Durch eine teilweise aber chaotische Intensität geht die Sachlichkeit verloren und das Ganze wirkt eher kontraproduktiv. "Heimat im Herzen-sch**** im Hirn"...ich weiß nicht. JHerr Van der Bellen hat sich distanziert, aber ob das zu allen durchgedrungen ist...solche Aussagen wirken medial. Jedenfalls tragen diese Formulierungen eher dazu bei,dass sich manche angegriffen fühlen und Rechtspopulisten das dann auf eine (altbekannte) Opferhaltung schlechthin projizieren und neben berechtigten Argumenten bezüglich deutscher Minderheiten auch heimlich andere in den "Opferdunst" flüchten. Ich weiß nicht, wie oft ich auf der Straße gehört hab: "Der Aribert Heim is doch ein alter Mann-ja da hetzen die Linken und Juden schon wieder. Alles, was von uns kommt, is automatisch schlecht."
](./images/smilies/eusa_wall.gif)
War früher noch eine gewisse Hemmschwelle (ich rede von den Leuten meines Bezirks: "Ich bin kein Rechter, aber..."), so höre ich heute oft: "Bin ich halt ein Nazi...man is eh schon wegen jeder Kleinigkeit ein Nazi" oder "Die schimpfen dauernd über uns-wer weiß, war das mit den Nazis wirklich so schlimm und sie schreien da auch nur laut herum".
UND: Dadurch geht der ganze Informationsfluss im TV (jeden Tag eine Doku über den NS) auch den Bach runter, weil die Leute es einfach aufgrund der übersteigerten Intensität nicht mehr hören wollen: "Die schimpfen eh dauernd auf unsern Staat, da schau ich mir auch im Fernsehen nix mehr an, wo auf uns geschimpft wird." (Richtig gelesen: "uns"-Solidarität mit den Nazis, weil auf die ja auch geschimpft wird-so eine Atrmosphäre entsteht da:"Unter dem nazis hat man noch stolz auf sein Land sein dürfen"). Dass es "Österreich" damals nicht gab, wollen sie schon gar nicht mehr hören. Man suhlt sich gemeinsam mit den wahren Tätern im Opfersumpf, weil man sich selbst auch beleidigt fühlt.
Meine These also: Kritik am Staat, wie er jetzt ist, ist notwendig, aber dann bitte sachlich und bis zu einem gewissen Maß, so es der sache dienlich ist, auch der Zielgruppe angepasst. Man spielt den Rechten in die Hände, wenn man bei jeder noch so harmlosen Aktion gleich die "Nazikeule" schwingt und das Opferbewusstsein neu aufleben lässt, hinter dem sich dann auch wirkliche Täter verstecken. DAS ist nämlich auch Verharmlosung (wenn man sich beschwert, dass einem was gestohlen wurde oder gerne Bergwandern geht und Nazi geschimpft wird-alles persönlich erlebt)!!!
Ich will damit keinesfalls sagen, dass der unsachliche antifaschistische Kampf schuld ist, dass die Rechtsextremen teilweise wieder salonfähig sind-das haben andere zu verantworten. Aber teilweise wirkt manche Agitation kontraproduktiv. Eine klassische Protestpartei könnten nämlich duchaus auch "eine linke" sein.

Ein guter Kaffee ist wie mein Freund:
Belebend am Morgen, süß wie die Nächte in seinen Armen, heiß wie sein Äußeres und schwarz wie seine Flüche^^
-
- Mini-Historicus
- Beiträge: 49
- Registriert: Di 30.Okt 2007, 9:09
- Studienplan: Masterstudien Geschichte (neu ab WS 2014)
Re: Abschaffung (Änderung?) Studienbeitrag (Studiengebühren)
Natürlich ist Österreich in vielen Dingen auch mit dem slawischen Osten verwachsen, was meiner Meinung nach kein ausschließlich österreichisches Spezifikum ist, wenn man an Brandenburg, Pommern und Sachsen denkt (dort ist die Situation recht ähnlich). Auch innerhalb Österreichs gibt es da natürlich, wie in jedem Grenzraum, erhebliche regionale Unterschiede. Was man in der BRD allerdings nicht - oder nur eingeschränkt - hat, ist diese aus unserem eigenen Minderwertigkeitskomplex resultierende Beißwut - sowohl in die eine als auch in die andere Richtung. Ich glaub, man sieht in der BRD einfach vieles viel entspannter, weil man sich seiner Position als Staat und Nation bewußt ist. Bei uns ist das schwieriger, da wir ja (zumindest subjektiv empfunden und/oder selbst eingeredet) stets im Schatten des "großen Bruders" stehen und die Problematik sowieso nie thematisiert wird - vermutlich, weil man die möglichen Ergebnisse fürchtet. Also bezahlt man offiziell lieber die 100ste Studie von "renomierten Experten", die bezeugt, dass die Bezeichnung "Paradeiser" für "Tomate" schon immer und ewig eine kulturscheideartige Differenzierung zwischen BRD und AT war - dass sie auch innerhalb Österreichs längst nicht überall verwendet wird, wird geflissentlich verschwiegen...(auf diesem Niveau treiben sich diese Haarspaltereien nämlich großteils wirklich herum).
Abschließend möchte ich an dieser Stelle meiner Vorrednerin Patricija für ihre einwandfrei und sachlich argumentierte Ansicht danken. Ich glaube einfach, dass eine sachliche und überlegte Diskussionskultur, auch bei unterschiedlichen Meinungen, ein absolutes Muss ist. Darauf wird heutzutage generell, links wie rechts, viel zu wenig Wert gelegt. Allerdings glaube ich als gelernter Österreicher nicht, dass noch soviel hochgelehriges Geschwätz aus akademischen Kreisen je an den Mauern der Dummheit im Parlament wird rütteln können.
Abschließend möchte ich an dieser Stelle meiner Vorrednerin Patricija für ihre einwandfrei und sachlich argumentierte Ansicht danken. Ich glaube einfach, dass eine sachliche und überlegte Diskussionskultur, auch bei unterschiedlichen Meinungen, ein absolutes Muss ist. Darauf wird heutzutage generell, links wie rechts, viel zu wenig Wert gelegt. Allerdings glaube ich als gelernter Österreicher nicht, dass noch soviel hochgelehriges Geschwätz aus akademischen Kreisen je an den Mauern der Dummheit im Parlament wird rütteln können.
- EALeuer
- Centurio
- Beiträge: 174
- Registriert: Mi 10.Okt 2007, 12:03
- Studienplan: Masterstudien Geschichte (neu ab WS 2014)
- Wohnort: 1010 Wien
Re: Abschaffung (Änderung?) Studienbeitrag (Studiengebühren)
Na, da haben wir doch einmal neine schöne, konstruktive Diskussion zustande gebracht!
Eine kleine Bitte habe ich nur. Der Staat heißt Bundesrepublik Deutschland. "BRD" war ein Propaganda-Begriff, den sich die Genossen aus der DDR haben einfallen lassen.
Eine kleine Bitte habe ich nur. Der Staat heißt Bundesrepublik Deutschland. "BRD" war ein Propaganda-Begriff, den sich die Genossen aus der DDR haben einfallen lassen.

difficile est satiram non scribere
- Patricija
- Censor
- Beiträge: 417
- Registriert: Sa 06.Okt 2007, 12:16
- Studienplan: BA Geschichte Dipl. Rev.1 (ab WS 2011)
- Wohnort: 1110 Wien
- Kontaktdaten:
Re: Abschaffung (Änderung?) Studienbeitrag (Studiengebühren)
http://de.wikipedia.org/wiki/BRD (hach wikipedia^^)

Ein guter Kaffee ist wie mein Freund:
Belebend am Morgen, süß wie die Nächte in seinen Armen, heiß wie sein Äußeres und schwarz wie seine Flüche^^
- darklady
- Centurio
- Beiträge: 137
- Registriert: Mo 22.Sep 2008, 21:27
- Studienplan: BA Geschichte Dipl. Rev.1 (ab WS 2011)
- Wohnort: Wien
Re: Abschaffung (Änderung?) Studienbeitrag (Studiengebühren)
falsches thema, falsches forum? 
